iA


Über JuliusEvola.de

Auf diesen Seiten wird das Leben und Werk von Julius Evola in all seinen Facetten beleuchtet. Seine Gedanken entsprangen einer aristokratischen und elitären Geisteshaltung. Sie können nur verstanden werden, wenn man sich auf deren Prinzipien einläßt. Die Konsequenz dieses Denkens formulierte Evola in dem Satz: "Es wird nicht mehr die Idee sein, die Wert und Macht einem Individuum gibt, sondern das Individuum, das Wert, Macht und Rechtfertigung einer Idee gibt."

Evola-Blog

Vorrang der Idee
Von Julius Evola

Die Idee muß über die Wirklichkeit Gericht sitzen, und nicht umgekehrt. Die Aufgabe der Spekulation ist nicht, festzustellen, was besteht, sondern in der unsicheren Welt der Menschen festzulegen, was als Wert gelten muß. Und wenn das nicht der tagtäglichen Wirklichkeit entspricht, darf man es deshalb nicht abstrakt nennen, sondern abstrakt und träge müssen vielmehr der Wille und die Kraft der Menschen genannt werden, die der Idee nicht genügen.

aus: ”Idee su uno stato come potenza
(Gedanken zu einem Staat als Macht)


Überwindung des “Menschlichen”
Von Julius Evola

Dieses “humane” Lebensgefühl, das so typisch für das moderne Abendland ist, bestetigt nur seinen plebejischen und inferioren Aspekt. Das, was den einen eine Scham war – der “Mensch” – dessen rühmen sich die anderen. Die Antike erhob das Individuum zum Gott, suchte es von der Leidenschaft zu lösen, dem Transzendenten anzugleichen, der freien Höhenluft, sei es in der Komtemplation oder in der Tat; sie kannte Traditionen von nicht-menschlichen Helden und Menschen aus göttlichem Blut.(…)
Das ‘Menschliche’ ist zu überwinden, absolut, ohne Erbarmen. Aber dazu ist nötig, daß die Individuen das Empfinden der inneren Befreiung erlangen. Man muß wissen, daß diese nicht Gegenstand des Durstes sein kann, nicht Gegenstand der heißhungrigen Suche von Seiten der Gefesselten, denen als solchen der Weg dazu versperrt ist. Entweder ist sie eine einfache Sache, die man weder feierlich bekanntgibt, noch beschwatzt, deren man sich gleichsam gar nicht versieht, wie eine natürliche, elementare, unveräußerliche Gegenwart von Erwählten – oder sie ist überhaupt nicht. Je mehr man sie sieht und will, desto mehr entfernt sie sich, denn das Verlangen ist tödlich für sie.

aus: Heidnischer Imperialismus

Raserei des Fortschritts
Von Julius Evola

Wie ein Brand, den man auf mehreren Seiten gelegt hat, bis alles in Flammen aufgeht wütet die Wirtschaft im inneren Wesenskern des Menschen mit der von ihm geschaffenen Kultur. Und die entsprechende Kultur hat, ausgehend von den abendländischen Brutstätten, die Ansteckung in alle noch gesunden Länder getragen und mitten in alle Gesellschaftsschichten und alle Völker die Unruhe, die Unzufriedenheit, den Unwillen und die Unfähigkeit gebracht, sich im Rahmen der Einfachheit, der Unabhängigkeit und des Maßhaltens selbst zu gehören, wozu noch die Notwendigkeit kam, immer weiter und immer schneller vorwärts zu rennen. Sie hat den Menschen immer weiter getrieben, in ihm das Bedürfnis nach immer mehr Dingen geweckt und ihn dadurch immer unzulänglicher und ohnmächtiger gemacht. Jede neue Erfindung, jede neue technische Spielerei bildet statt eines Sieges eine neue Niederlage, einen neuen Peitschenhieb für ein noch schnelleres und noch wilderes Rasen; dazu gesellt sich ein ganzes System von Einschränkungen, die sich immer schwerwiegender und unheilbarer gestalten, aber am Ende trotzdem nicht als solche empfunden werden. Und so treffen die verschiedenen Wege zusammen: die mechanistische Kultur, die über alles herrschende Wirtschaft und die Kultur der Produktion und des Verbrauchs bahnen die Straße für die Lobpreisung des Werdens, des Fortschritts und des grenzenlosen Lebensdranges, oder kurz gesagt: für die Erscheingung des ‘Dämonischen’ in der modernen Welt.

aus: Menschen inmitten von Ruinen

Alle Artikel